Glockenproduktion

Auf den Guten Ton kommt es an!

Der wesentliche Unterschied

Langläufig spricht man von Glocken, doch davon gibt es einige Standardformen. Die gegossenen werden Schellen und die geschmiedeten entweder Klopfen oder Trychel genannt. Die Klopfe (Fahrtreichel) hat im oberen Teil einen grossen Klangraum und verengt sich nach unten zur Offnung. Die Trychel, auch «Bissen» genannt, ist in ihrer ganzen Bauhöhe etwa gleich und öffnet sich nach unten. Beide aber haben eines gemeinsam: Sie werden aus Tiefziehblech über eine Matrize geschmiedet und verschweisst.
Ob nun der sehr oft reich verzierte Riemen oder lediglich der Klang von Wichtigkeit ist, das entscheidet der Käufer.

28 Arbeitsgänge

Auf einer Tiefziehpresse wird das Blech mit einem Druck von 250 Bar in einem Zug über eine Form zum eigentlichen Rohling gepresst. Dann werden die Vorgeformten Stücke zusammengeschweisst, und dieser Vorgang ist für die Qualität vorentscheidend. «Man kann nicht einfach Drauflosschweissen, sonst entstehen Spannungen, die zu Rissen führen können.» Was zu beachten ist, verraten wir natürlich nicht. Bis dann eine Trychel fertig verputzt, poliert und mit dem «Chäle» (Klöppel) versehen ist, sind 28 Arbeitsgänge erforderlich. Für uns geht es primär um sauberes Schmiedehandwerk, das beim abschliessenden Stimmen mit gekonnten Hammerschlägen auf einen guten Klang gekrönt wird. «Ich kenne am Ton jede Glocke, die aus meiner Werkstatt kommt», behaupten wir, und sind bereit, den Beweis anzutreten.

Ein gefragter Exportartikel

Wie viele Glocken Schelbert pro Jahr herstellt, kann er nicht schlüssig sagen. Es sind aber Tausende, die das Muotatal nach ganz Europa verlassen. Nebst Küssnacht sind das Südtirol und Österreich die wichtigsten Exportdestinationen. Zum grossen Kundenkreis gehört natürlich auch die Landwirtschaft, doch diese Sparte sei eher rücklaufig. «Wir habe das Pech, dass unsere Produkte gut und deshalb auch haltbar sind». Durch die neue Art der Tierhaltung werden heute die Kühe vermehrt in Freilaufställen und nicht auf der Weide gehalten. «An Stelle einer Kuhglocke werden die Tiere heute mit einem Halsband und Strichcode versehen.»



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